Nachricht aus Sundance

Dass die Wände um Fannis üppigen Lebensstil bröckeln, würde man ihr dank ihres Pokerface‘ und ihrer unerschütterlichen Etikette nicht anmerken. Die schönen Dinge, die man um Geld kaufen kann, bewegen sie nicht mehr. Ihre hinterhältigen Methoden stehen kurz davor aufgedeckt zu werden. Fanni legt ihre bürgerliche Identität ab und beschließt, ihren Weg durch die Alpen zu gehen. Sie erreicht einen abgelegenen Bauernhof und begegnet Anna, einer jungen Frau, die in ihren eigenen Umständen gefesselt ist. Anna hat genug von Schweinen, und Fanni hat genug vom Geld. Ihre gemeinsame, aber auch gegensätzliche Suche nach einer neu definierten Freiheit entfacht die Möglichkeit den Status Quo zu ändern.

Ob mit Krokodillederschuhen und Perlen oder im jauchegetunkten Stallgewand, Fannis Nerven-aus-Stahl-Charakter wird von Johanna Orsini-Rosenberg großartig verkörpert. In seinem eindrucksvollen Debüt stellt Regisseur Daniel Hoesl mit seiner anspruchsvollen Gestaltung und seinem Bildstil, den von Menschenhand gemachten Wohlstand in scharfen Kontrast zur Großzügigkeit der Natur, wobei der glühende Kern der Transgression und der kraftvolle Motor der Rebellion unter der Oberfläche seiner Hauptfigur intakt bleiben. In subversivem Ton schwelgt diese Punkparabel in der Vorstellung von abdankendem Materialismus und Rückeroberung ungehinderter Freiheit, den süßen Duft von Revolte und Rekonstruktion auskostend.