Produzentenstatement

Es traf meinen Nerv, einen Film on-the-fly und ohne Drehbuch zu realisieren, jenseits eingefahrener Produktionsstrukturen und -formate, dessen Regime Kreativität in Formen gießen will. Nach einer kurzen Runde Pastis war ich von Daniel und Geralds Idee überzeugt und ohne zu wanken mit an Bord. Nach mehrjähriger Zeit in Lateinamerika, getragen vom frischen Wind der Rückkehr, gelang es uns schnell nach unserem ersten Treffen vor eineinhalb Jahren, unserer Soldatin zur Geburt zu verhelfen.

Dazwischen liegen 20 Monate intensiver Arbeit an einem Werk, das mit minimalem Budget ein Maximum an Einsatz aller erforderte. Wenn ich von minimal spreche, meine ich ein Budget von 65.000 Euro, das entspricht in etwa 3 % eines üblichen Arthouse-Filmbudgets in Österreich. Unter solchen Voraussetzungen kann man nur arbeiten, wenn man mit Märtyrern auf Du-und-Du ist, die professionell und effizient arbeiten können, weil Sie andernorts ihr Brot verdienen, in unserer von Ausbeutung gezeichneten Gesellschaft. Der große Teil des Kuchens geht immer an diejenigen mit den größten Löffeln, die sich wie die Karnickel darauf stürzen. Der Dreh wurde von uns vorfinanziert. Gagen an das Team machen etwa die Hälfte des Bugdets aus und sind nach Arbeitsumfang und Gemeinschaftsprinzip nach unten und oben gedeckelt.