Zur Arbeitsweise

Das Unberechenbare und die Autopoiesis, was normalerweise durch die Gestaltung eines Drehbuchs versucht wird auszuschalten, wird bei unserer Arbeitsweise ohne Drehbuch zum Potential. Die Unfertigkeit zu Beginn ist notwendig um im Laufe des Gestaltungsprozesses von Funden, Gegebenheiten, Personen und Ergebnissen der kollektiven Gespräche, sowie der Improvisation der DarstellerInnen schöpfen zu können. Vorgegeben sind bloß vage Bögen, ein Anfang, eine Mitte und ein Ende der Geschichte. Und der finanzielle Engpass.

Soldate Jeannette fand seinen Ausgangspunkt in der Variation autobiographischer Geschichten der Hauptdarstellerinnen, wie sie bei Besetzungsgesprächen zu Tage traten. Die Fiktion dringt in den dokumentarischen Raum von Lebenserfahrung und Originalschauplätzen ein – ästhetisch gefiltert in Bildern, die nicht dokumentarisch werden, sondern streng stilisiert einer Wahrheit auf den Grund gehen.