Zur Musik

„Soldier Jane“ von Beck. Und „Die Täuschung“, von Franz Schubert, an sich einer Männerstimme vorbehalten, interpretiert von einer Frau. Diese Musiken haben den Ton unseres noch ungeborenen Films bestimmt. Soldate Jeannettes Stimme zu finden war nicht einfach. Um auf Bettina Köster zu stoßen bedarf es an Tiefenborungen, weil sie etwas wie ein Kontinent ist. Es spielt sich viel auf ihr ab. Wir bewegen uns ständig auf Bettina Kösters tektonischen Platten und sprechen bloß von den Staaten und Völkern, die ihr eigen sind, die sie zusammenhält. Köster sorgte schon Ende der 1970er in Berlin und New York mit Bands wie Malaria für Klartext. Bettina Köster ist ein Medium. Und ihre Musik die Stimme der Frauen in heroischer Haltung. Zuletzt erschien ihr Album „Queen of Noise.“ Bad Ass!

Die weibliche Form von Soldat gibt es nicht? Wir waren gezwungen die feminine Form durch das französische „e“ am Schluss von „Soldate Jeannette“ zu erzwingen. „Verlass die Stadt“ war der Titel des letzten Albums von Gustav aka Eva Jantschitsch, und folglich programmatisch für unsere aufbäumende Soldatin, die sich mit Gustav die Frage stellt: Soldat_in oder Veteran? Natalie Stutzmann liefert in Contralto die Antwort in ihrer Interpretation von Franz Schuberts „Winterreise“: „Nur Täuschung ist für mich Gewinn!“

 

CRIME DON‘T PAY
Musik & Text & Interpretation: Bettina Koester
© Mit freundlicher Genehmigung von
Bettina Koester/ Asinella Records

PITY ME
Text & Interpretation: Bettina Koester
Musik: Bettina Koester und Bernhard Moshammer
© Mit freundlicher Genehmigung von
Bettina Koester

ALLES RENKT SICH WIEDER EIN
Musik & Text: Eva Jantschitsch
© Mit freundlicher Genehmigung
von Mute Song International Ltd Edition Stumm und Söder & Wacha
Chicks on Speed Records

Sonata d-Moll, HWV 367a, 1. Satz: Largo
Georg Friedrich Händel
Blockflöte Julia Wurm
Violoncello Gabriel Hasenburger
Cembalo Yi-Ting Wu-Mittermayer

Täuschung, Lied aus der Winterreise D 911 op. 89 von Franz Schubert
Nathalie Stutzmann, Altistin/ Inger Södergren, Begleitung
Aufnahme von 09/2003 Rundfunk Haus Berlin Dirigent Dirk Hühner